Presse, Neuigkeiten

Pressegespräch Corona-Pandemie

Lageeinschätzung am 21. Mai

Interviewpartner

  • Prof. Dr. med. Martin Bentz, Klinikdirektor Medizinische Klinik III
  • Elvira Schneider, Pflegedirektorin
     

Themenschwerpunkte

  • Einschätzung zur Lage bundesweit
  • Einschätzung zur Lage in der Region
  • Aktuelle Situation im Klinikum Karlsruhe
  • Lockerung des Besuchsverbots im Klinikum Karlsruhe
     

Einschätzung zur Lage bundesweit

Das Robert Koch-Institut (RKI) schätzt aufgrund der anhaltend hohen Fallzahlen die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland weiterhin als sehr hoch ein. Nach wie vor liegt die 7-Tages-Inzidenz in vielen Landkreisen über 100 pro 100.000 Einwohner.

Insgesamt haben 38 Prozent der Bevölkerung mindestens eine der zwei notwendigen Impfungen gegen COVID-19 bekommen. Knapp 12 Prozent wurden bereits vollständig gegen COVID-19 geimpft.

In den vergangenen Wochen sank die 7-Tage-Inzidenz in allen Altersgruppen. Unverändert ist beim Großteil der Fälle der Infektionsort nicht bekannt. COVID-19-bedingte Ausbrüche gibt es insbesondere in Privathaushalten, aber auch im beruflichen Umfeld sowie in Kitas und Schulen. Die Anzahl der Ausbrüche in Alters- und Pflegeheimen nimmt weiterhin ab.

Die Anzahl der intensivpflichtigen Patienten ist bundesweit rückläufig. Alle Impfstoffe, die aktuell in Deutschland zur Verfügung stehen, schützen nach derzeitigen Erkenntnissen sehr gut vor einer Erkrankung durch die in Deutschland hauptsächlich zirkulierende VOC B.1.1.7, und sie schützen auch vor schweren Erkrankungen durch die anderen Varianten. Nicht notwendige Reisen sollten weiterhin, insbesondere aufgrund der zunehmenden Verbreitung der besorgniserregenden Virusvarianten, unbedingt vermieden werden.

Der 7-Tage-R-Wert ist weiter gefallen und lag bundesweit mit zuletzt 0,82 deutlich unter 1. Das RKI hat am 21.5. insgesamt 8.769 Neuinfektionen gemeldet. Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz ging noch einmal zurück auf 67,3. Die Zahl der gemeldeten neuen Todesfälle in Zusammenhang mit einer COVID 19-Erkrankung lag bei 226.

Einschätzung der Lage in der Region

Im Vergleich zur Vorwoche gehen auch in der Region die Fallzahlen merklich zurück. Der Rückgang der Fallzahlen ist laut Verwaltungsstab der Stadt Karlsruhe vermutlich durch die geringeren Testungen an dem Feier- und Brückentag überzeichnet. Der grundsätzliche Trend kann jedoch als belastbar bewertet werden.

Die Corona-Intensivstationen der Krankenhäuser in der Region sind dennoch weiterhin sehr stark ausgelastet, ein abfallender Trend ist hier nicht zu beobachten. Auf den COVID-Normalstationen in der Region ist eine Entspannung bemerkbar.

Die 7-Tage-Inzidenz liegt in Karlsruhe Stadt inzwischen bei 51,9 und im Landkreis Karlsruhe bei 61,1 (Stand 20.05.2021).

Siehe Corona-Portal Karlsruhe

Aktuelle Situation im Städtischen Klinikum Karlsruhe

Das Klinikum Karlsruhe befindet sich unverändert in Pandemiestufe 3. Die Auslastung im Bereich der COVID-Versorgung ist nach wie vor hoch. Auf der COVID-Intensivstation stehen weiterhin 14 Betten zur Verfügung, die nahezu durchgehend belegt sind.

Um neben der Versorgung der COVID-Patienten auch die Behandlung von Patienten mit anderen schweren Erkrankungen wie Schlaganfällen, Herzinfarkten oder onkologische Erkrankungen sicherstellen zu können, führen die Fachbereiche weiterhin nur nicht verschiebbare Eingriffe, Prozeduren und Diagnostik durch. Derzeit werden 11 OP-Säle betrieben.

Tagesaktuelle Situation im Klinikum Karlsruhe

Siehe Klinikbetrieb in Zeiten von Corona

Aktuelle Personalsituation im Pflege- und Funktionsdienst

Derzeit sind 9 Mitarbeitende im Klinikum Karlsruhe positiv auf SARS-CoV-2 getestet und unterliegen einem durch das Gesundheitsamt erteilten Beschäftigungsverbot. Dabei handelt es sich ausschließlich um die britische Virusvariante.

Im Bereich des Pflege- und Funktionsdienstes fallen aktuell 121 Mitarbeitende durch Krankheit, Quarantäne oder Beschäftigungsverbot aus. Davon befinden sich 20 Mitarbeitende in Quarantäne oder im Beschäftigungsverbot.

Besuche im Klinikum Karlsruhe in begrenztem Rahmen ab 21. Mai wieder möglich

Ab heute, 21. Mai, ist das Klinikum Karlsruhe wieder für Besucher geöffnet. Täglich zwischen 15 bis 19 Uhr können die Patienten von jeweils einer Person für maximal eine Stunde besucht werden.

Ein Besuchsverbot besteht allerdings weiterhin für alle COVID-Stationen, alle Intensivstationen, alle onkologischen Stationen einschließlich Transplantationsstation sowie für weitere Stationen, auf denen besonders infektionsgefährdete Patientengruppen wie Dialysepatienten und nierentransplantierte Patienten behandelt werden. Zu diesem notwendigen Spagat hat sich die Leitung des Klinikums nach eingehenden Abwägungen aller Interessen entschieden. Einerseits wünschen sich die Patienten und ihre Angehörigen wieder menschliche Nähe und den direkten Kontakt zueinander. Andererseits ist es von größter Bedeutung, gerade die besonders infektionsgefährdeten Patienten vor eine Infektion zu schützen.

Die Öffnung gilt leider nicht für Besuche durch Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren.

Besucher müssen sich vor dem Besuch für eine mögliche Kontaktverfolgung in der zentralen Besucherregistrierung in Haus R auf dem Campus in der Moltkestraße oder in der Psychiatrischen Klinik in der Kaiserallee registrieren. Dort füllen sie einen Selbstauskunftsbogen aus und weisen nach, dass sie entweder von einer Corona-Infektion genesen, geimpft oder innerhalb der letzten 24 Stunden negativ auf SARS-CoV-2 getestet sind. Die Vorlage eines Impf- oder Genesenen-Nachweises ist als Original in Papier- oder in digitaler Form möglich (z.B. digitaler Impfpass). Der PCR-Nachweis kann auch über eine ärztliche Bescheinigung erbracht werden.

Die Besucherregistrierung ist täglich von 15.00 bis 18.00 Uhr möglich. Um lange Warteschlangen zu Beginn der täglichen Besuchszeit um 15 Uhr zu vermeiden, können Besucher online auf besucherportal-skk.de einen Registrierungstermin vereinbaren, die benötigten Dokumente herunterladen und bereits tagesaktuell ausgefüllt mitbringen.

Alle Besucher sind verpflichtet, in den Klinikgebäuden während des gesamten Aufenthalts eine FFP2-Maske oder eine Maske vergleichbaren Standards zu tragen. Auch die bekannten Hygiene- und Abstandregeln gelten für alle Besucher weiter.

Für Patienten in Bereichen, die wegen ihrer besonders schutzbedürftigen Patienten weiterhin nicht besucht werden können, nimmt die Registrierungsstelle in Haus R persönliche Gegenstände entgegen.

Autor: Oliver Stilz