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Presse-Bulletin 8 zum neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2)

Aktuelle medizinische Lage

Aktuell werden im Klinikum 13 COVID-19-Patienten behandelt. Davon befinden sich sechs auf der Intensivstation, von diesen werden fünf beatmet. Daneben werden im Klinikum sieben COVID-19-Patienten auf Normalstation behandelt. Ein Patient konnte am 11. März aus der stationären Behandlung entlassen werden. Zwei Patienten sind bislang verstorben.

Im Bereich der Kinderklinik gibt es aktuell nach wie vor keinen bestätigten Fall des neuartigen Virus.

Konzentration des Klinikbetriebs auf die Grundversorgung

Bereits seit Anfang März ist im Klinikum vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen ein separates Gremium eingerichtet, das sich um alle organisatorische Aspekte und Umsetzungsfragen kümmert, um etwa erforderlich werdende Behandlungs- und Intensivkapazitäten für potentielle COVID-19-Patienten zu erhalten sowie einer möglichen Beeinträchtigung der Personalsituation zu begegnen. In diesem Rahmen wurde auch über die schrittweise Reduktion verschiebbarer medizinischer Eingriffe entschieden.

„Zum Wochenbeginn haben wir die Vorkehrungen getroffen, die Einsatzleitung SKK zu etablieren. Dies ist eine gezielte Maßnahme, die erforderlichen Strukturen für einen späteren Notbetrieb zu schaffen“ erklärt der medizinische Geschäftsführer Uwe Spetzger. „Wir nutzen die aktuelle Phase, um die neuen Strukturen zu etablieren und einzuüben, so dass sie im Ernstfall in Fleisch und Blut übergehen.“ Die Klinikdirektoren sind seinen Angaben zufolge seit Ende letzter Woche angehalten, das Leistungsaufkommen innerhalb ihrer klinischen Fachabteilungen auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Die Abgrenzung zwischen elektiven Eingriffen und Notfalleingriffen erfolgt entsprechend der Vorgaben der jeweiligen Fachgesellschaften, um die Belegungsplanung deutlich zur reduzieren. Ziel ist es in absehbarerer Zeit, eine Versorgungsstruktur wie an Wochenenden zu schaffen.

Vorbereitende Maßnahmen

Parallel laufen hausintern eine Vielzahl von Vorbereitungen, um sich im Hinblick auf die aktuelle Situation auf einen sukzessiven Anstieg des Patientenaufkommens einzustellen.

Vor der Zentralen Notaufnahme (ZNA) erfolgte zum Wochenende der Aufbau eines Versorgungszeltes mit bis zu 11 Behandlungsplätzen. „Ziel ist es, Patienten mit Atemwegserkrankungen und damit potentiell an COVID-19 Erkrankte möglichst frühzeitig von anderen Patienten zu separieren“ erklärt Harald Proske, der Leiter Zentrale Notaufnahme und Zentrale Aufnahmestation. Voraussichtlich ab dem kommenden Dienstag erfolgt die Einstufung aller Patienten, auch Triagierung genannt, nicht mehr wie zuvor innerhalb des Gebäudes, sondern im neu entstandenen Versorgungszelt, um aus epidemiologischen Gründen eine räumliche Trennung zu generieren. Hier kümmern sich separate Behandlungsteams um die eintreffenden Patienten. Notfallpatienten, bei denen kein Verdacht auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus besteht, werden dann regulär zur weiteren Versorgung in den Gebäudetrakt der ZNA gebracht. Begründete Verdachtsfälle oder bestätigte COVID-19-Patienten kommen, sofern eine stationäre Aufnahme erforderlich ist, auf die Infektstation oder separiert auf eine Intensivstation. Patienten mit Atemwegserkrankungen unklarer Ätiologie werden künftig auf einer speziellen Station untergebracht. Diese ging bereits am vergangenen Wochenende in Betrieb und wurde entsprechend belegt.

Parallel wurde ein Belegungsplan mit COVID-19-Patienten für die im Klinikum befindlichen Intensivstationen erarbeitet. Diese werden sukzessive mit beatmungspflichtigen COVID-19-Patienten belegt. Darüber hinaus sind auch noch Intensiv- und Beatmungskapazitäten für andere Patienten vorzuhalten.

Zusätzlich laufen die Vorkehrungen zur Einrichtungen der neuen Beatmungsstation C22 auf Hochtouren. Die neue Station ist für 15 Beatmungsplätze ausgelegt mit der Option, diese bei Bedarf noch zu erweitern.

„Die verbleibende Zeit nutzen wir zudem, um unsere Mitarbeiter zu schulen. Dabei geht es um intensivmedizinische Behandlungs- und Beatmungsstrategien sowie spezielle Hygieneschulungen zur korrekten Handhabung der persönlichen Schutzkleidung“, unterstreicht Spetzger.

Erste Kliniken melden bereits ernsthafte Engpässe bei der Ausstattung ihrer Mitarbeitenden mit Schutzausrüstung zur Behandlung von infektiösen Patienten. Auch im Klinikum Karlsruhe sind die Vorräte inzwischen begrenzt. Es laufen von Seiten unserer Einkaufsabteilung umfassende Bemühungen zur Beschaffung und insbesondere zur sterilen Wiederaufarbeitung der Schutzmaterialien. "Oberstes Ziel aller Mitarbeiter muss der vernünftige Umgang mit den immer knapper werdenden Ressourcen sein", mahnen Susanne Trappe-Jost, Geschäftsbereichsleiterin Facility Management, und der Medizinische Geschäftsführer.

Über den aktuellen Stand im Klinikum informiert der Medizinische Geschäftsführer Uwe Spetzger auch in seiner Videobotschaft auf dem Youtube-Kanal des Klinikums [https://www.youtube.com/user/KlinikumKarlsruhe].

Autor: Oliver Stilz